Inspirierende Geschichten von echten Sparhelden

Sparen Sie für Ihr Traumauto

Von der Sozialhilfe zum Mini Cooper… Wie spart man sowas nur zusammen? Unsere Sparheldin Elise hat sich einen Plan erstellt und ihn dann durchgezogen. Schau dir ihre Geschichte im Video an und erhalte inspirierende Tipps oder lies das Interview.

Interview

Lesezeit: 7 Minuten 

Elise (45) lebte jahrelang von Sozialhilfe. Ihr Traum war es, irgendwann einmal ihren eigenen Mini Cooper zu fahren. Nachdem sie lange gespart hat, konnte sie ihren Traum wahr werden lassen. „Jedes Mal, wenn ich einsteige, denke ich: Das habe ich ganz allein geschafft!“

„Unser drittes Kind war 7 Monate alt, als ich meinen damaligen Partner verließ. Es ging einfach nicht mehr. Ich wusste: Dieser Entschluss wird alles auf den Kopf stellen, ich werde zur alleinstehenden Mutter mit 3 kleinen Kindern. Mein Mann verdiente damals das Geld und ich war zu Hause bei den Kindern. Nachdem wir uns getrennt hatten, musste ich alles allein stemmen. Die Kinder kamen in den Kindergarten und ich fand einen Job im Callcenter eines Taxiunternehmens. Ich verdiente ungefähr 750 € pro Monat, was durch die Sozialhilfe auf 1.100 € aufgestockt wurde. Das war mit ein paar Zuschlägen und etwas Unterhalt für die Kinder genug zum Leben. Mehr aber auch nicht. Luxus war ausgeschlossen.

Wenn die Kinder geschlafen haben, träumte ich abends im Bett von besseren Zeiten. Davon, eine eigene Firma zu gründen. Ich träumte, dass ich irgendwann einmal einen Mini Cooper fahren würde. Das Auto fand ich einfach so schön. Aber es war natürlich ein Symbol für so viel mehr. Es stand für Freiheit und Fortschritt. Ich wollte aus dieser manchmal doch deprimierenden Situation ausbrechen. Aber wie sollte ich das als alleinstehende Mutter, die Sozialhilfe empfängt, bewerkstelligen? Ich wusste es einfach nicht. Noch nicht. Es folgten einige schwierige Jahre. Ich konnte meinen Kindern viel Liebe geben, damit habe ich sie verwöhnt, doch materiell konnte ich sie nicht verwöhnen.

Meine älteste Tochter kann gut lernen und ging dann auch aufs Gymnasium. Dort kam sie in eine Klasse mit vielen Kindern, deren Eltern gut verdienten. Sie waren nicht unbedingt reich, aber hatten doch schon ein überdurchschnittliches Einkommen. Es waren Familien, bei denen es einfach einen größeren finanziellen Spielraum gab, als bei uns. Die Freundinnen meiner Tochter trugen Markenkleidung und machten in den Ferien Urlaub im Ausland. Ich war schon unglaublich froh, wenn wir im Sommer eine Woche auf Vlieland campen konnten. Eines Tages fragte meine Tochter morgens beim Frühstück auf dem Campingplatz: „Wann fahren wir mal ins Ausland?“ Ich habe versucht zu erklären, dass wir dafür kein Geld hatten. Dass ich ihren Frust verstehen konnte, aber dass es einfach nicht ging. Und dass sie sich in der Schule viel Mühe geben müsse, damit sie sich das später selbst leisten könnte. Es fällt einem natürlich schwer, sowas sagen zu müssen. Oft machte mich das wirklich unglücklich. Auf der anderen Seite muss ich aber sagen: Ich bin auch in einer Familie aufgewachsen, wo das Geld nicht wirklich locker saß. Und rückblickend kann ich sagen, dass ich nicht darunter gelitten habe. Die Liebe ist das, was einem in Erinnerung bleibt, nicht die neuen Schuhe.

2015 habe ich zusätzlich zu meinem Job ein Unternehmen gegründet, als Aufräum-Coach. Ich hatte einige Jahre zuvor selbst um Hilfe gebeten, da ich das alles allein nicht geschafft habe – Kinder, Arbeit und alles, was noch dazu kommt. Sachen im Haushalt blieben einfach liegen. Ich bin von Natur aus eigentlich ein ordentlicher und organisierter Mensch, aber wenn man an alles Mögliche denken muss, funktioniert das nicht mehr. Die Hilfe, die ich bekam, tat mir so gut, dass ich auch anderen Leuten dieses Erlebnis verschaffen wollte. Übersicht, einen Plan und ein paar zusätzliche helfende Hände im Haus. Schnell bekam ich meine ersten Aufträge, unter anderem von der Gemeinde. Ich beschloss, alles, was ich mit dieser Arbeit verdienen würde, zur Seite zu legen. Ich war es gewöhnt, von einem minimalen Einkommen zu leben. Natürlich hätte ich das zusätzliche Geld auch direkt ausgeben können, aber wozu? Ich baute einen finanziellen Puffer für mich selbst auf, um in schlechteren Zeiten darauf zurückgreifen zu können. Danach habe ich einfach weiter gespart. Für den Mini, von dem ich noch immer träumte. Ich habe im Monat 600 € bis 800 € gespart. Manchmal kam es aber auch zu finanziellen Rückschlägen, dann konnte ich nichts sparen.

Nachdem ich zwei Jahre lang gespart hatte, bekam ich einen Anruf: Ein paar Häuser weiter stand ein schöner, geräumiger Cooper zum Verkauf. Ich bin sofort hingegangen, um ihn mir anzusehen und habe mich auf der Stelle in ihn verliebt. Es war ein dunkelgraues, fast schwarzes Auto. Graues Dach, graue Stoßstangen und Spiegel. Graue Streifen auf der Motorhaube. Ich habe ungefähr 9.000 € dafür bezahlt. Das ausgegebene Geld lag mir schwer im Magen. Ich hatte so lange gespart. Als ich die Schlüssel überreicht bekam, wurde mir wirklich etwas schwindelig. Hatte ich das jetzt wirklich durchgezogen? Hatte ich das jetzt wirklich ganz allein geschafft? Ich fuhr gerührt nach Hause. Da saß ich in meinem Traum, der jetzt Wirklichkeit geworden war. Ich parkte mein neues Auto vor der Haustür. Meine Tochter kam sofort nach draußen: „Mama, wie cool!” Sie hatte gerade ihren Führerschein gemacht und fragte, ob sie fahren dürfe. „Erstmal nicht“, habe ich geantwortet. Ich wollte mir nicht ausmalen, was mit dem Auto passieren könnte. 

Ich fahre den Mini jetzt seit anderthalb Jahren und er hat noch keinen Kratzer und keine Beule. Und ab und zu darf meine Tochter auch damit fahren. Ich fahre jede Woche durch die Waschstraße und säubere das Auto dann auch noch von innen. Auf die Seite und auf das Heck habe ich Sticker mit meinem Firmennamen geklebt. Dieses Auto ist meine Visitenkarte. Und ich denke immer noch jedes Mal, wenn ich einsteige: „Jawohl, ich habe es wirklich geschafft.“ Mein Mini hat mir gezeigt, dass mehr möglich ist, als man selbst denkt. Wenn man es wirklich will. Wenn eine alleinstehende Mutter mit drei Kindern das schaffen kann, dann kann das ja wohl fast jeder schaffen.

Was ich anderen raten kann? Nun, was mir unglaublich geholfen hat, war ein alter Schlüsselanhänger von einem Mini. Den hatte ich noch zu Hause und den habe ich dann an meinen Schlüsselbund gehängt. Es war eine physische Erinnerung, die mir täglich mein Sparziel vor Augen geführt hat und mir dabei geholfen hat, es durchzuziehen.“

 

 

 

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