Gast-Blog: Wofür sparst du in 2030?

Selbstfahrende Autos, intelligente Roboter und ein Wochenendtrip zum Mond? Die Zukunft hält große Veränderungen für uns bereit, was mit Sicherheit auch Auswirkungen auf unser Sparverhalten und unsere Sparziele hat. Doch wie können diese von innovativen Technologien und gesellschaftlichem Wandel beeinflusst werden? Der renommierte niederländische Zukunftsforscher und Ökonom Peter van der Wel wirft für uns einen Blick in die Zukunft:

„Begleiten Sie mich in die Zukunft, denn die hält zahlreiche aufregende Veränderungen für uns bereit. Was halten Sie beispielsweise von einer Pille, die Sie bei bester Gesundheit bis zu 150 Jahre alt werden lässt? Was geschieht, wenn Energie jedem Menschen kostenfrei zur Verfügung steht? Niemand kann die Zukunft mit Sicherheit vorhersagen, aber Sie haben eine gute Chance, sie mit eigenen Augen zu sehen. In diesem Beitrag teile ich einige Zukunftsszenarien mit Ihnen, deren Eintreten alles andere als weit hergeholt ist. Also, lassen Sie die Gegenwart hinter sich und folgen Sie mir in die Zukunft!

Sparen Sie sich künftig gesund

Eine gute Gesundheit ist das wichtigste, wenn es darum geht, selbst an der Zukunft teilhaben zu können. Wie wäre es also, wenn es eine Pille gäbe, mit der Sie bis zu 150 Jahre alt werden könnten? An derartigen Medikamenten wird bereits gearbeitet und die Forschung ist auf einem aussichtsreichen Weg. Die ersten Menschen, die ein außergewöhnlich hohes Alter erreichen könnten, sind wahrscheinlich bereits geboren – da sind sich Zukunftsforscher einig. Dazu werden nicht nur Medikamente beitragen, sondern auch die Möglichkeit, Körperteile zu ersetzen.

Augen aus dem 3D-Drucker klingen im ersten Moment nach Science Fiction, könnten jedoch schon bald Realität werden. Ähnliches gilt für Herzen, Gliedmaßen oder andere Augmentationen. Wie wäre es mit einer Gedächtnisprothese für Alzheimer-Patienten? Medikamente werden in Zukunft komplett auf Ihre persönliche DNA zugeschnitten sein und damit ein Vielfaches an Wirkung zeigen. Daraus ergibt sich jedoch die Frage: Wer wird das alles bezahlen? Werden Sie künftig für ein längeres Leben sparen? Oder für eine neue Lunge? Das könnte gut möglich sein.

Lebenslanges Lernen neu interpretiert

Lassen Sie uns diesen Gedanken weiterführen. Wenn Sie wüssten, dass Sie 150 Jahre alt werden könnten, was würden Sie daraus für Konsequenzen ziehen? In jedem Fall würde unsere Art und Weise zu arbeiten eine andere sein und damit einhergehend würde Bildung einen anderen Stellenwert erhalten. Herkömmliche Lebensmodelle – wir werden geboren, gehen zur Schule, arbeiten eine gewisse Zeit in einem Beruf und gehen letztlich in Rente – werden der Vergangenheit angehören. Vielmehr wird ein gewisser Beruf nur eine von vielen Stationen in unserer Laufbahn sein.

Vielleicht beginnen Sie mit einer Karriere im Ingenieurswesen und entscheiden sich dann dazu, eine mehrjährige Pause einzulegen und die Kontinente zu bereisen. Auf dieser Reise entdecken Sie die Welt der Kulinarik für sich, entschließen sich zu einer Kochausbildung und sind dann für einige Zeit in der Gastronomie tätig. Dieser Vorgang kann sich mehrmals wiederholen und Sie werden sich immer wieder neu erfinden. Das Lernen wird vielmehr zu einem lebenslangen Prozess. Vielleicht sparen Sie in Zukunft neben einer Weltreise auch für ein zweites oder drittes Studium. Kurzgesagt: Sie sparen, um sich neu zu erfinden.

Die Folgen der Energiewende

Ein weiteres Szenario ist eine Welt ohne Energiekosten. Auch das klingt erst einmal nach entfernter Zukunftsmusik. Doch wussten Sie, dass sich die Energieerzeugung mithilfe der Sonne etwa alle zwei Jahre verdoppelt? Das ist bereits seit rund 40 Jahren der Fall. Momentan werden bereits circa 3,2 % unseres Bedarfs mit Solarenergie gedeckt. Würden wir diese Steigerungsquote beibehalten, könnten es im Jahr 2030 bereits an die 100 % sein! Das würde eine riesige Menge von annähernd kostenfreier Energie bedeuten.

Mit dieser Menge an Energie ließen sich zahlreiche Probleme unserer Gesellschaft lösen: egal ob es um die Wiederaufbereitung von Rohstoffen, nachhaltige Mobilität oder die Eindämmung des Klimawandels geht. Dafür muss natürlich weiterhin in grüne Energie investiert werden. Doch was bedeutet das konkret für unser Sparverhalten? Vielleicht können Sie durch die gesparten Energiekosten zukünftig viel mehr Geld beiseitelegen. Letztlich nur Spekulation, doch das Sparen für eine eigene Solaranlage scheint schon jetzt ein guter Schachzug zu sein.

Gestalten Sie Ihre Zukunft selbst

Auch wenn diese Zukunftsvisionen vielleicht noch weit entfernt sein mögen, einige davon liegen vermutlich näher als wir glauben. Was sich jedoch mit Sicherheit sagen lässt, ist dass die Zukunft für uns viele aufregende und großartige Dinge bereithält. Und um diese Möglichkeiten vollends auszuschöpfen, kann ein gut gefülltes Sparkonto mit Sicherheit nicht schaden. Ob es sich also um ein mehrjähriges Sabbatical handelt oder doch nur einen Wochenendtrip zum Mond – sorgen Sie bestenfalls für einen finanziellen Puffer, damit Sie letztlich die Wahl haben. Denn vergessen Sie nicht: Der beste Weg, die Zukunft vorherzusagen, ist sie selbst zu gestalten!“