Warum finden wir das Sparen so schwierig?

Wie denken die Deutschen über das Sparen?

Sparen kann schwierig sein, das sehen viele so. Um unsere Kunden beim Sparen besser unterstützen zu können, haben wir die Deutschen nach ihren Sparzielen und –Gewohnheiten gefragt und spannende Einblicke bekommen. Das Ergebnis überrascht: Bei fast zwei Dritteln der Befragten ist nahezu keine Regelmäßigkeit im Sparrhythmus oder in den monatlich gesparten Beträgen zu erkennen. Ein Großteil der Befragten (58 %) gab an, dass sie lieber „den Moment leben und genießen“, als an das Sparen für die Zukunft zu denken.

Kurzfristigen Versuchungen widerstehen

Wer Geld beiseitelegt, der muss in der Regel darauf verzichten, kurzfristigen Impulsen nachzugeben. Laut Brad Klontz, einem Spezialisten für Finanzpsychologie und Mitbegründer einer Finanzberatung, stellt uns das vor große Schwierigkeiten: „Wir sind von Natur aus darauf programmiert, Dinge falsch zu machen, die mit Geld zu tun haben. Das ist in unseren Verhaltensmustern so verankert. [...] Wir sind nicht darauf programmiert, für die Zukunft zu sparen. Das ist ein neues Konzept, das erst im Laufe der Evolution aufkam.“

Ein klares Sparziel vor Augen

Einfacher fällt den Deutschen das Sparen dann, wenn sie auf ein konkretes Ziel hinarbeiten und sich einen Wunsch oder Traum erfüllen wollen. 80% würden den Gürtel beispielsweise für eine lang ersehnte Traumreise enger schnallen! Das deckt sich mit den Ergebnissen der Forschung des Psychologen Dan Ariely. Ihm zufolge hilft Sichtbarkeit dabei, die eigenen Sparziele zu verwirklichen. Wer beispielsweise in einem Sparkalender regelmäßig ein Kästchen ankreuzt, bis er sich seinen Traum erfüllen kann, spart im Schnitt erheblich mehr. Der Kalender dient dabei als Gedächtnisstütze, kann eine Gesprächsgrundlage darstellen und so das Sparen leichter machen.

Egal wie groß der Traum auch ist

Die lang ersehnte Traumreise oder der Wunsch nach dem eigenen Heim sind natürlich große Ziele und mit hohen Kosten verbunden. Allerdings spielt es aus psychologischer Sicht wohl keine allzu bedeutende Rolle, ob das Ziel in näherer Zukunft erreichbar ist. Sebastian Ebert ist Professor für Mikroökonomie an der Frankfurt School of Finance and Management und er macht Sparern Hoffnung. Indem man beispielsweise Einzahlungen aufs Sparkonto mit anderen Zahlungen kombiniert, fällt es erheblich leichter, etwas an die Seite zu legen. So kann man quasi nebenbei auf die Verwirklichung seiner Ziele hinarbeiten.

Volle Sparkraft voraus

Auch wenn das Sparen manchmal Entbehrungen bedeutet und zuweilen wirklich schwierig sein kann, es ist auch in der Lage viel Zufriedenheit mit sich zu bringen. Nicht umsonst heißt es, Vorfreude ist die schönste Freude. Und ein finanzieller Puffer kann für ein sehr beruhigendes Gefühl sorgen. Mit dem Lesen dieses Artikels ist jedenfalls bereits der erste Schritt in Richtung des persönlichen Sparziels getan: Man setzt sich mit dem Thema auseinander und weiß, wie man sich langfristig zum Sparen motivieren kann!